Erst einmal vorweg: Noch garnicht vorgestellt habe ich meinen Bruder Wolfram, die meisten kennen ihn, – ohne ihn gäbe es diese Seite nicht, er hat sie erstellt und uns eine Einführung ins Handling gegeben. Weiterhin supported er uns via Threema seit Beginn der Reise – ein Hoch auf Dich, lieber Wolfram!!! Danke, Danke, Danke und bitte weiter so!!!
Am 8. Februar 2023 zwischen Bahia Blanca und Viedma erreichen wir den argentinischen Teil von Patagonien – Hurra! Es ist noch warm und landschaftlich hat sich noch nichts verändert! Seit Buenos Aires fahren wir bis auf kurze Abstecher auf der Ruta 3, die uns quer durch Patagonien bis Feuerland (Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas) in die südlichste Stadt von Argentinien „Ushuaia“ bringen soll.
Wie schon gesagt ist Patagonien kein eigenes Land, noch nicht einmal ein eigenes Staatsgebiet, sondern ein Teil von Argentinien und Chile ohne geografisch definierter Grenzen. Grob zählt in Argentinien und Chile alles unter dem Fluß Rio Colorado bzw. Rio Bio Bio sowie nördlich der Magellanstraße (trennt Patagonien von Feuerland) zu Patagonien. Erst beim Blick auf die Karte wird deutlich, wie groß Patagonien ist. Wir können mehrere 100 km fahren ohne auch nur einen Menschen oder ein Fahrzeug zu sehen (auf einem Quadratkilometer leben durchschnittlich 1-2 Menschen). Ortschaften geschweige denn Städte liegen nicht des Weges.
Nach Übernachtung in Viedma geht es vormittags weiter zu unserem ersten Naturreservat, der Halbinsel Valdez. Auf der ca. 500 km langen Strecke weiterhin Pampa zur linken und zur rechten soweit das Auge reicht und bei einer Kurve freuen wir uns über die Abwechslung! Unterwegs ist es heiß, bis zu 40 Grad!
Es gibt auf Valdez nur einen einzigen Camping-Platz zum Übernachten, freies Stehen ist im Naturreservat natürlich nicht möglich. Das besondere Merkmal auf diesem Camping waren die fest vorgeschriebenen Duschzeiten – täglich von 18:00 – 22:00 Uhr! Davor und danach waren die Räume verschlossen. Der Grund dafür war, dass das Wasser in großen Tanklastwagen angefahren werden musste.
Aber wir sind ja hier um die Seekühe, Seelöwen und Seeelefanten, Flamingos, Orkas und Gürteltiere zu bestaunen. Für die Wale kommen wir leider zu spät, sie treiben sich hier nur bis Dezember rum ……. Auch die Seeelefanten haben wir nicht gesehen. Zur Erklärung: Seekühe sind die weiblichen Seelöwen und Seeelefanten, obwohl die weiblichen Seeelefanten viel größer sind als die weiblichen Seelöwen. Die Diskriminierung von Frauen setzt sich also auch im Tierleben fort …..
Gleich am nächsten Morgen geht es über 75 km Wellblechpiste nach Punta Norte. Dort leben die Seekühe mit Seelöwen und Seeelefanten in großen Kolonien:
Seht Ihr im letzten Bild die Staubspur? Die insgesamt 150 km (Punta Norte hin und zurück) waren für argentinische Verhältnisse sehr stark befahren und wir wurden sowas von eingestaubt – fürchterlich!!!!! Durch alle Dichtungen ist der Staub gekommen, selbst der Innenraum war eingestaubt und sogar die Garage bzw. alle weiteren Außenfächer waren mit einer dicken Staubschicht belegt.
Auf dem Camping sind wir vielen Südamerikaner:innen mit ihren tollen Bussen bzw. Motorhomes begegnet – hier ein paar Eindrücke:
Nach Fahren der Wellblechpiste zeigte sich, dass der bereits in Deutschland geflickte Reifen wieder Luft lässt – und zwar zuviel Luft! Eine erneute Wellblechfahrt ist mit diesem geflickten Reifen ist nicht möglich, also der erste Reifenwechsel. Zum Glück wurde uns der Wagenheber samt nötigen Zubehör nicht geklaut!
Auf dem weiteren Weg gen Süden verlassen wir die Halbinsel Valdez und legten einen Stopp ein um die dort lebenden Flamingos zu sehen. Wie auf den Fotos zu sehen, waren sie aber zu weit weg – durch das Fernglas hatten wir aber einen ganz schönen Blick! Sie standen an der Wasserkante aber die einsetzende Flut bewegte sich so schnell wie das hiesige Internet – nach einer Stunde hatten wir genug😊!
Auf nach Puerto Madryn! Liegt zwar nur ca. 60 km unterhalb von Valdez – aber wir benötigten dringend einen funktionsfähigen Kompressor! Das in Uruguay gekaufte 12V-Gerät funktionierte leider gar nicht. Und von einem Argentinier haben wir einen Tipp zum Einkauf eines gebrauchsfähigen eben in Puerto Madryn erhalten. Weiterhin benötigten wir Ersatz für unser Reparaturkit bei Steinschlag in Frontscheiben. Den ersten Steinschlag haben wir in Uruguay professionell machen lassen, der zweite war sehr klein und für den dritten haben wir unser einziges Set verbraucht. Dafür brauchten wir erst einmal Bargeld! Das alles dauerte und war an einem Tag natürlich nicht zu schaffen. Allein das Geld holen brauchte bei Western Union Stunden. Erst kam Andreas nicht weiter, dann ich auch nicht, dann klappte es bei mir (man sendet sich von seinem Konto Geld zu einer WesternUnion Filiale) und 2 Stunden später dann auch bei Andreas. Nun hatten wir plötzlich doppelt soviel Geld wie ursprünglich geplant und waren für die Einkäufe super gerüstet! Ihr seht Andreas strahlend und mit einer Papiertüte voller Geld😊.
Wie ihr seht, hatten wir auch einen sehr schönen Stellplatz, den ich noch immer in sehr angenehmer Erinnerung habe😊! Kurz vor der Abreise entschied sich Andreas auszuprobieren, was unser Motorhome so alles kann. Vor unserem Stellplatz war eine tiefe Rinne, wahrscheinlich vom Regenwasser. Diese wollte er durchfahren – ich beobachtete alles von außen und hatte mein Handy knipsbereit:
Mit dem Hinterrad blieb er stecken! Im letzten Bild sieht man es deutlicher: das Heck liegt auf! Nichts ging mehr. Weit und breit kein Mensch. Kurze Zeit später kam ein Müllwagen des Weges – die Besatzung wollte eigentlich an diesem schönen Platz ihre Pause machen. Statt dessen waren sie zu dritt damit beschäftigt Andreas zu unterstützen und sammelten Ziegelsteine und schlugen größere passend zur Unterfütterung des Reifens. Mit dem Wagenheber und später mit einem dicken Brett unter dem Wagenheber wurde unser Motorhome so hoch angehoben, dass er hinten wieder frei lag und der Wagen, als wenn nichts gewesen wäre, aus der Bredouille fuhr.Wieder was dazu gelernt!
Von Puerto Madryn bis Ushuaia sind es noch weitere 2000 km – daher beschließen wir fortan täglich zu fahren. Im folgenden stellen wir nur kurz die interessantesten Stationen auf unserer 7tägigen Fahrt in den Süden vor:
Punto Tombo: beherbergt die größte Magellan-Pinguin Kolonie Argen-tiniens. Ab Parkplatz können wir auf den vorgeschriebenen Wegen quer übers Gelände marschieren, die Pinguine kreuzen die Wege oder sitzen, liegen und leben neben der Wege, die bis zum Meer führen. Dort können wir beobachten, wie schnell sich die Pinguine im Wasser bewegen – rasant!
Camerones, wo wir an einem stürmischen, regnerischen Abend nach anstrengender Fahrt über einer Sandpiste vom Punto Tombo strandeten. Das einzige Restaurant war geöffnet, wurde von 2 sehr netten Menschen geleitet, war schön eingerichtet und das Essen war ’ne Wucht. Nach unseren zuvor eher enttäuschenden Erfahrungen mit der südamerikanischen Küche haben wir sogar kurz überlegt für einen zweiten Besuch zu verlängern! Da das Wetter aber zu fürchterlich war sind wir wie geplant weiter gefahren. Es blieb den ganzen Tag sehr stürmisch, das Wohnmobil verbrauchte wegen dem Wind fast 20l auf 100km!! Wir übernachteten am Meer in Höhe von Valetta Olivia an einem windgeschützten Platz und konnten zum ersten Mal das Trockenhundefutter für eine abgemagerte, wahrscheinlich noch stillende Hündin einsetzen!
Nach langer Fahrt erreichen wir Puerto Santa Cruz – laut Karte haben wir uns vom Ort mehr versprochen. Langweilig, kein geöffnetes Restaurant und darüberhinaus weiter nichts – immerhin eine Tankstelle.
Andreas baute eine Verstärkung für unsere Abdeckung des Ventilators. Da pfiff der Wind unangenehm durch – siehe links!
Das Wetter verändert sich: zunehmend Regen, es wird deutlich kälter und unsere Winterjacken sind schon im Einsatz und wir sind am überlegen, ob wir unsere Fahrtroute ändern sollen. Das wäre ab der nächst angepeilten Station Rio Gallegos möglich!
Rio Gallegos – wir fahren zur Übernachtung wieder ans Meer. Ab frühen Abend ist hier kein Mensch mehr und Andreas brät das „Lomo“ vor der Tür, grillen ist ja leider immer noch nicht mög-lich. Beim Essen fällt die Entscheidung für Ushuaia!
Laguna Azul – diesen schönen Vulkansee erreichen wir schon am frühen Nachmittag. So können wir noch im hellen und vor der Kocherei einen schönen Spaziergang zur Lagune machen – nur bei den Selfies fehlt uns noch die Übung!
Schon auf der Fahrt hierher sind uns die einzelnen „Vukanhügel“ aufgefallen, die Landschaft verändert sich….
Ich (Sabine) bin auf den Bildern so gut wie nie zu sehen 😩 – woran das wohl liegt?
Die Laguna Azul liegt direkt vor der chilenischen Grenze. Die soll ja bezüglich der Lebensmittelkontrollen wirklich sehr streng sein: kein Fleisch, kein Honig, keine Früchte, kein Gemüse. Alles an Lebensmittel soll deklariert werden. Also verstecken wir den Honig, die Kräuter und Lisnen und alles was an frischen Lebensmitteln noch vorhanden ist wie Tomate, Knoblauch, Pfirsich, Zwiebel – bis auf eine! An der Grenze ist es aber auch hier wesentlich easiger als uns zuvor prophezeit wurde. Wir bekommen allmählich Routine: Als erstes die Migracion – Passkontrolle, zum zweiten zum Zoll (Aduana). Hier wird das Wohnmobil eingeführt, darüber gibt es ein DIN A 4-Papier welches zwingend bei Ausreise vorgelegt werden muss und zum Dritten die Lebensmittelkontrolle. Nur in Chile gibt es dafür diesen dritten Schalter und wir füllen das Deklarationsformular aus. Anschließend checkt ein Zöllner das Wageninnere – bislang ging es aber nur um die Küchenschränke inklusive Kühlschrank. Unsere eine Zwiebel wurde immer gern genommen und es kam uns vor, als wenn die das Pfand zur unbehelligten Weiterfahrt wär!
Kurz hinter der Grenze überqueren wir mit einer Fähre die Magellanstraße und haben die Insel Feuerland erreicht! Wir fahren weitere 150 km bis zur Grenze und überqueren diese bei San Sebastian und sind ohne Probleme wieder in Argentinien. Hier hätten wir gerne einen Stopp eingelegt – aber da San Sebastian an Infrastruktur nichts zu bieten hat fahren wir nochmals weiter bis Rio Grande. Dort gehen wir lecker essen mit gutem Wlan, checken die Mails usw. und übernachten an einer Baustelle mit tollem Blick aus unserem Wohnmobil zum Meer, den Wellen, der Gischt – toll!!!
Durch tolle Landschaft erreichen wir Ushuaia und lassen ganz einfach die Bilder sprechen ….
Wir sind da!!!! Juchhe!!!! Nach einer kurzen Ortsdurchfahrt finden wir einen Parkplatz am Hafen und bleiben dort gleich für 2 Nächte stehen. Es ist zwar laut, aber die Innenstadt ist fußläufig gut zu erreichen. Wir besorgen bei Western Union nochmals Geld und eine Datenkarte fürs Telefon im Claro-Shop. Am zweiten Abend gehen wir in einem laut Reiseführer sehr gutem Restaurant essen. Das Menü war sehr, sehr übersichtlich – aber lecker! Die Vorspeise, eine Ceviche, teilten wir uns. Diese Portion hätte eine/einer auch einatmen können. Dementsprechend waren auch die Preise!
Am nächsten Mittag waren wir nochmals essen in einem King-Crab Restaurant – das war sehr lecker!!
Anschließend wechselten wir auf einen Municipal-Camping oberhalb von Ushuaia. Ein kostenloser Platz in toller Lage an einem Fluß, der sich aus den Bergen speist. Ohne Sanitäranlagen, einzig 2 Dixies, auf denen ich nie gewesen bin und Wasser aus dem Fluß. Jeder dieser Plätze hat immer reichlich Grillstationen für das argentinische „Assado“.
Die Wildpferde kamen ab und zu vorbei, ein kleiner Waldspaziergang war jederzeit möglich und wir hatten dort in den 4-5 Tagen eine tolle Zeit.
Reparaturen wurden durchgeführt, das Wohnmobil inklusive Garage geputzt, Partys gefeiert und darüberhinaus eine gute Erholung von den Strapazen der Fahrt.
Wir waren nicht nur am Platz sondern starteten auch Ausflüge – unter anderem an einem Tag in den Nationalpark Tierra del Fuego. Dort spazierten wir durch einen Moos- und flechtverhangenen Wald zu einer schönen Lagune und stoppten auf dem Rückweg an dem einen oder anderen See.
Wir verlassen Ushuaia und fahren gen Estancia Harberton, eine 200 Quadratkilometer große Ranch, die schon vor über 100 Jahren gegründet wurde. Mit Museum und einem Café mit leckerem Kuchen. Da es uns landschaftlich so gut gefiel, blieben wir eine Nacht und hatten einen Stellplatz in wunderschöner Lage. Absolute Stille und den ersten Frost!
Hallo Ihr Lieben! Heute ist der 26. März 2023 und wir hängen einen dritten Tag an um unsere Seite auf einen aktuelleren Stand zu bringen. Die letzten Bilder sind schon fast einen Monat alt! Die Estancia Harberton haben wir also schon lange über eine mit Schlaglöchern versehene Sandpiste verlassen. Langsamer wollen wir es nun angehen lassen und nach Erreichen der Ruta 3 nehmen wir Fahrt auf gen Chile in den Ort Punta Arenas. Auf der Karte ist dieser Ort immer noch weit im Süden – und trotzdem dauert es zu unserem Ziel einige Tage. Mit Zwischenstopps an einem schönen See, an dem uns eine Fuchsfamilie begrüßte sowie am Parque Pinguin Rey, wo wir die Königspinguine (80-100cm groß) bestaunen durften. Vor einer solchen Fahrt decken wir uns immer so mit Lebensmitteln ein, dass wir mindestens 3 Tage zu kochen haben, ausreichend Wasser im Tank und in Kanistern/Flaschen zum trinken und natürlich die eine oder andere Flasche Wein. Denn unterwegs gibt es nichts einzukaufen und erst recht kein Restaurant.
Wir erreichen Punta Arenas erst am späteren Abend, da die Fähre von Porvenir – Feuerland erst um kurz nach 19 Uhr ablegt. Auf der Überfahrt begleiten uns zum großen Teil Delfine, die sich offensichtlich vom Applaus der Zuschauer:innen ermuntert fühlen, immer noch ein neues Kunststück aus dem Hut zu zaubern: Rolle rückwärts, synchrones seitliches mehrfaches Drehen in der Luft – ein tolles Schauspiel! Noch schnell diese Anekdote: einen Platz auf der Fähre so problemlos bekommen zu haben verdanken wir Andreas Wacken-Jacke – ein Mitarbeiter der Fähre war ein begeisterter Rockfan!
In Punta Arenas erledigen wir zuerst das wichtigste: Bargeld und eine chilenische Telefonkarte, letztere erwies sich leider als unbrauchbar, da sie nicht mehr als 3G schaffte! Ich war schon fast verzweifelt. Seit Tagen ohne Netz nun das! Da habe ich mir via Email meine zu Hause organisierte und schon längst abgelaufene Gobal Prepaid Karte teuer aufladen lassen und Ihr glaubt garnicht wie froh ich war, dass ich mein Handy wieder vollständig nutzen konnte. Da auch die ersten drei Bankomaten mit ausländischen Karten nicht funktionierten und diese Info erst am Ende eines jeden Vorgangs kam, war der Tag im Grunde um! So ist es stets! Daher nehmen wir uns nie mehr als 2 Dinge pro Tag vor, hier braucht eigentlich alles seine Zeit!
Nach der ersten Nacht wechselten wir zu „Victors place“. Ein Autoabstellplatz fast überwiegend für die Busse/Wohnmobile der Familie. Mittlerweile vom Sohn samt Frau gemanagt – total nett, sehr sicher und die Stadt Punta Arenas ist mit dem Fahrrad gut zu erkunden.
Wir bemühen uns hier auch um einen Augenarzt und es hätte mit einem Termin zur Untersuchung klappen können. Darauf habe ich dann aber doch verzichtet, da das für die Behandlung notwendige Medikament erst einen Monat später zur Verfügung gestanden hätte. Nun versuchen wir es in Puerto Montt noch einmal!
Nach den Tagen in der „Stadt“ ziehen wir für 2 Tage auf einen anderen Platz 80 km unterhalb von Punta Arenas direkt am Meer, sichten nochmals Delfine, eine Robbe oder Seekuh/ Seelöwen – das konnten wir nicht so genau erkennen und sehen einen jungen Magellan-Pinguin ganz allein auf einem Stein sitzen! Die nächste Kolonie ist eigentlich 150 km entfernt! Auf unserem Rückweg stieg das Wasser, der Stein war schon fast überspült und der Pinguin war nicht mehr zu sehen – ob er wohl schon so weit schwimmen konnte?
Nun aber auf nach Puerto Natales und von dort in den Nationalpark Torres del Paine. Das „must sees“ in dieser Region!! Und da lass ich mal nur die Bilder sprechen – es war wirklich ganz, ganz großartig!!!
Weiter geht’s zum nächsten Gletscher, den Perito Moreno – das Highlight in El Calafate! Der Perito Moreno ist im Mittel 60 m hoch, 35 km lang und 7 km breit. Schon bei der Anfahrt lässt sich die Größe erahnen. Im Gegensatz zu den meisten der anderen großen Gletscher der Welt wird dieser nicht massiv kleiner sondern bleibt stabil! Und das, obwohl von den Vorderseiten des Gletschers ständig kleinere und riesige Eisbrocken donnernd und krachend in den Lago Argentino stürzen, das nennt man „Kalben“. Ein großartiges Spektakel! Bei den letzten beiden Bildern der oberen Fotoreihe hat sich nach einem Abbruch ein großer Eisbrocken im Wasser von oben nach unten gedreht und war fortan nur noch wasserblau zu sehen. Wir haben Stunden am Gletscher zugebracht – es war sehr beeindruckend und toll, toll, toll!!!!!!
Wir haben natürlich auch das Glaciarium etwas außerhalb von EL Calafate nicht ausgelassen – Museum, Kino und Ice-Bar. Den Film zum Gletscher haben wir uns natürlich angesehen, das Museum besucht und alles mit dem Besuch in der Ice-Bar gekrönt! Mehrere Leute können für 20 Min in die Bar, da es dort so kalt ist, dass es länger nicht auszuhalten sein soll. Mir wurde erst nach 30 Minuten so kalt dass ich dachte, nun reichts! Bis dahin habe ich mir den gemixten Gin-Tonic im Behältnis aus Eis schmecken lassen.
Wir freuen uns in diesem Moment sehr, dass die Seite auf dem aktuellen Stand ist. Darauf werden wir heuten Abend noch anstoßen. Morgen früh gehts los in Richtung Carretera Austral in Chile bis Puerto Montt. Da freuen wir uns drauf! Wird aber auch Zeit: hier (in El Calafate) gibt es einen deutschen Bäcker – mit sehr leckeren Franzbrötchen im Angebot – die schlagen uns zu sehr auf die Hüften!!!!! Bis Bald
Bevor es weitergeht, möchten wir euch die Tiere vorstellen, die uns auf den vielen tausenden von Kilometern neben Pferden und Kühen natürlich, begegneten: Guanacos, Guannacos, Guanacos, dann Schafe und Ziegen und natürlich die Nandus, vom Aussehen her wie kleine Strauße.
Halli, Hallo, heute schreiben wir den 10. Mai! Wahnsinn wie die Zeit vergeht!!! Wir sind in Mendoza (Argentinien) und somit außerhalb von Patagonien!!! Da wir uns aber noch einige Wochen in Patagonien aufhielten, geht es hier weiter:
Fast schon Ende März fuhren wir auf der Ruta 40 von El Calafate gen Norden – und haben es bis Las Horquetas geschafft und dass trotz 170 km Staub- und Sandpiste von den insgesamt 380 km! Laut Straßenkarte erhofften wir uns einen Ort – fanden aber „nur“ einen geöffneten Gasthof vor. Es standen zwei weitere Wohnmobile auf dem Parkplatz und im Gastraum war eine eigenartige Stimmung und wir fühlten uns wie „auf einer Insel der gestrandeten“! Das war echt Spuki!
Am nächsten Tag gehts weiter Richtung Chile. Als Grenzübergang haben wir uns wegen der spektakulären Landschaften für den Paso Roballo entschieden. Anfangs hatten wir Schwierigkeiten den Abzweig zur Ruta 41 zu finden, da Karte und Navi diesen viel zu früh anzeigten ….. Erst gegen Abend erreichten wir die Grenze – auch die Straßen bzw. Wege oder Pisten waren spektakulär! Wir hatten schon befürchtet, dass die Grenze schon geschlossen ist, weil: kein Mensch weit und breit! Die argentinische Grenzstation mitten im Niemandsland, ohne Computer, alles wurde in von Hand angefertigte Listen eingetragen. Selbst der Grenzbalken wurde von Hand betätigt! Ein sehr einsamer Job, laut Liste waren wir an diesem Tag das 10. Fahrzeug😊! Erst nach 18 Uhr erreichen wir den chilenischen Teil der Grenze, es war schon richtig kalt und fing sogar an zu schneien. Die Grenzstation ungeheizt! Wir erhalten einen Haufen Papiere und müssen unsere Daten sowie die des Wohnmobils von Hand eintragen, zum Teil sogar doppelt! Obwohl wir die Pässe und Fahrzeugpapiere schon abgegeben haben. Wir beeilen uns, aber unser Sachbearbeiter telefoniert, chattet, trägt dann mal was in den Computer ein usw. Unsere Toleranzgrenze schwand😡! Aber wir ließen uns natürlich nichts anmerken. Nach einer guten Dreiviertelstunde stempelt er sehr gewissenhaft alles durch und wir halten unsere Pässe und das so wichtige Formular für die zollfreie Ein- und Ausfuhr unseres Wohnmobils, die TIP, endlich in unseren Händen! Auch hier wird die Schranke per Hand geöffnet. Als wir durchfuhren, saß der Zöllner schon wieder im warmen – schräge Nummer!
Nichtsdestotrotz sind wir noch immer – jetzt im chilenischen – Niemandsland. Es ist schon dunkel, mittlerweile Schneeregen und alles grau in grau, die Wege sehr schlecht und einspurig. Nützt nichts, wir fahren weiter! Und siehe da, kurze Zeit später stoßen wir auf einen Campground! Zwar verlassen, niemand dort, aber wir stehen nicht mitten auf der Straße! Unten kleine Einblicke unserer Ausblicke der Strecke sowie Andreas eintauchen in eiskaltes Wasser zum testen der Wassertiefe …..
In der absoluten Stille haben wir umgeben von dunklen Bergen gut geschlafen und fahren zeitig los um auf die Carretera Austral zu stoßen. Und oh je: es geht weiter via Sandpiste mit Schlaglöchern. Da es zunehmend regnet entscheiden wir kurz hinter dem Viewpoint Confluencia, mit den tollen Bildern zum grünen Fluss und den Kühen, dass wir die Carretera Austral nicht mehr ganz nach unten fahren sondern in Cochrane stoppen.
Schon am frühen Nachmittag stehen wir auf einem etwas verlotterten Campingplatz, dafür mit einem ausgezeichneten WLan.😊 Wir erledigen das Büro und gehen am Abend lecker essen. Am nächsten Tag, es ist endlich trocken, gehts weiter: in den Norden nach Puerto Tranquillo. Dort haben wir einen schönen Stehplatz direkt am Strand. Auf dem Weg anfangs noch neblig, hügelige Strecke, ab Mittag dann aber Sonne und die schönen Seen und Flüsse sehen wunderschön aus. Wir stoppen auch noch an der berühmten Marmorhöhle – das Naturwunder in Chiles Süden am Lago General Carrera: zwei Marmorhöhlen im See und die Marmorkathedrale (Catedral del Marmol), in mehr als 6000 Jahren durch die Strömungen des Sees entstanden – wirklich beeindruckend – seht selbst!
Ca. 50 km weiter ist eine gute Möglichkeit einen weiteren Gletscher zu begutachten. Die Piste hin- und zurück von übelster Sorte ……, die Qualität der Wege ist leider zuvor nicht in Erfahrung zu bringen😏. Die Wanderung zum Gletscherausläufer lässt auch zu Wünschen übrig! Es zieht sich zunehmend zu, wir müssen durch einen sehr feuchten Wald, hinter der Baumgrenze nur noch große Steine – als Belohnung für die Plackerei zeigt sich das Eis am Ausläufer in grau-schwarz. Das einzige Highlight ein kleiner Vogel Namens Chucau, der uns neugierig immer näher kam und sich gern in Pose stellte.
Wir fahren weiter gen Norden mit Zwischenstopp in Cohaique und Payahuapi und erreichen am 6.4. mit Sara und Markus den Ort Chaiten. Beide haben wir auf dem Weg zu einem Festival in Cohaique kennengelernt und sind bis Chaiten gemeinsam gereist. Kurz zuvor ein Stopp an einem Wasserfall. Schon beim Aussteigen hört Markus ein Zischen – und ja: ein Reifen verliert flott Luft. Der bereits 2 x selbst geflickte Reifen muss wieder ran! Und wir brauchen unbedingt eine Reifenwerkstatt und bis dahin ebenso geteerte Straßen. Daher wollen wir die Carretera Austral verlassen und über die chilenische Insel Chiloe nach Puerto Montt reisen. Gesagt getan! Das Fährbüro ist geöffnet und wir bekommen für den 9. März eine Überfahrt nach Castro auf Chiloe gebucht – Juchhe! In Chaiten haben wir einen schönen Platz am alten Hafen mit Blick zum Meer und insbesondere morgens sehen wir Delphine und Seelöwen. Die nächsten Bilder zeigen Eindrücke aus Cohaique, Payahuapi und Chaiten!
Andreas Geburtstag haben wir in Chaiten mit Sara und Markus in einem chilenischen Restaurant gefeiert und unter anderem zum ersten Mal „Pisco Sour“ getrunken – mmmhhh! Den nächsten Tag mussten wir uns erholen um ein weiteren Tag später ging es schon mit der Fähre 6,5 Stunden nach Castro.
Kurz vor der Fähre haben wir Hamburger kennengelernt. Wir wollten den Abend gemeinsam verbringen und suchten mit 2 Wohnmobilen den geeigneten Platz: fanden diesen in einer ruhigen Straße direkt am Fluss. Erst am nächsten Morgen bemerkten wir, dass wir vor einer Reifenreparaturwerkstatt standen👏👏. Andreas sofort hin und konnte sogleich den bereits 2 x selbst geflickten Reifen professionell reparieren lassen. Dabei wird ein dickes Stück Reifen mit hohem Druck auf das Loch geklebt. Bei unserem funktionsunfähigen Reservereifen war das nicht mehr möglich – das Loch war zu groß und benötigte eine langwierige Spezialbehandlung. Erst um 17 Uhr konnten wir den Reifen wieder abholen. Aber somit war klar dass wir Puerto Montt links liegen lassen konnten😊.
Wir touren über die Insel Chiloe und haben wieder so schöne Stellplätze gefunden – die wollen wir euch nicht vorenthalten☺️. Und ich merke gerade: die drei Fotos reichen nicht, es müssen noch mehr sein ….
Nach 3 Tagen verlassen wir Chiloe und fahren über Puerto Montt gen argentinische Grenze. Wollten eigentlich erst morgen „rüber“, aber es läuft gerade sehr gut. Passieren die chilenische Grenze ohne Probleme, auf der argentinischen Seite eine Schlange, es bewegt sich nichts, es wird dunkler und erst da fällt auf, dass sich gar nichts bewegt: der Strom ist ausgefallen! Die Menschenmenge wächst und alle bleiben entspannt! Kein Gemecker wie es bei uns auf jeden Fall wäre! Nach fast 3 Stunden kommt auf einem PickUp ein Generator angefahren, kurze Zeit später fängt er an zu laufen und noch einen kurzen Augenblick später flackert das Licht – alle applaudieren und alles freut sich! Es dauet noch ein wenig, bis dann auch die Computer wieder laufen, aber dann packt jeder Zöllner mit an, Kontrollen sind ausgesetzt, es werden nur die Papierarbeiten erledigt und in ungewöhnlicher Geschwindigkeit ist alles abgearbeitet – toll!!!!!
Auf dem weiteren Weg fahren wir eine lange Zeit an verbrannten Bäumen vorbei. Das passierte uns natürlich nicht das erste Mal, war aber jetzt doch ein sehr großes Gebiet und hinterlässt ein mulmiges Gefühl! Zu sehr später Stunde erreichen wir Villa la Angostura, parken nur noch ab, gehen kurz Essen und legen uns anschließend an Ort und Stelle ins Bett!! Erst am nächsten Morgen können wir erkennen, dass Villa la Angostura ein schönes Örtchen mit guter Ausstrahlung ist😊!
Mittlerweile ist Freitag, der 14. April und wir fahren zeitig los um so früh wie möglich San Carlos de Bariloche zu erreichen. Und kurz bevor die Augenärztin die Praxis schließt sind wir da. Ich hatte zuvor eine WhatsApp geschickt, die hatte sie schon gelesen und mich bei Eintreten erkannt und sogleich angesprochen. Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass sie vor vielen Jahren die deutsche Schule besuchte. Eine wirklich sehr nette Frau und schon für den nächsten Montag hatte ich einen Termin! Um es vorweg zu nehmen: die Bilder zeigten keinerlei Veränderung = keine Spritzen! Nur Augentropfen dafür, dass sich das Auge etwas entspannt für die Kontrolle in ca. 3 Monaten. Ich war so glücklich!!!!
Je weiter wir gen Norden fahren um so mehr hörten wir Einbruchsgeschichten von anderen TouristInnen und von den BewohnerInnen. Daher sind wir aus Bariloche raus gefahren und haben uns in einem Vorort an einem wunderschönen See, dem Lago Nahuel Huapi, auf dem Camping Petunie eingemietet. Nach der ganzen Aufregung hatten wir Erholung dringend nötig und sind nicht nur deshalb mehr als eine ganze Woche geblieben. Dafür war insbesondere ausschlaggebend, dass wir nach einem Einkauf den Camper von Sara und Markus entdeckten – was für eine Freude!!
Oben ein typisches Assado auf einem Grill, der vor allem in Argentinien aber auch in Chile auf jedem Camping oder Rastplatz zur Verfügung gestellt wird. Und endlich mal ein Foto mit Sara und Markus! Auf dem ersten Bild einer der Geiervögel, die uns schon seit längerem immer wieder begegnen. Stets hatten wir diesen tollen Ausblick – es war wirklich wunderschön! Wenn es morgens und abends nicht so kalt gewesen wäre, wären wir gern geblieben. Es lechzte uns nach wärmeren Temperaturen! Aber zunächst hatten wir uns bei Claudia und Klaus in El Bolson angekündigt. El Bolson liegt 120 km unterhalb von Bariloche, liegt also entgegengesetzt unserer eigentlichen Route😇! Claudia und Klaus wohnen auf einem riesigen Gelände kurz vor El Bolson ohne Internet und nur auf einem schmalen Holperweg zu erreichen. Aber wunderschön an einem Fluss, an diesem kann man schöne Spaziergänge unternehmen oder die eingerichtete Feuerstelle nutzen. Das haben wir auch einmal genutzt. Startpunkt war allerdings schon um 16 Uhr, da es ab 18 Uhr beginnt dunkel zu werden und die massive Abkühlung sehr ungemütlich war. Dort war jeden Morgen der umliegende Wiese gefroren!
Beide versichern Motorhomes für die Staaten, die an Argentinien grenzen: Uruguay, Brasilien, Paraguay, Chile, Bolivien und Peru! Auch wir sind bei den Beiden versichert und haben bei der Gelegenheit gleich die nächsten 4 Monate angefragt und abgeschlossen (Abgeschlossen ist die Versicherung für ein Jahr, aber alle 4 Monate werden die Preise der Versicherung wegen der hohen Inflation angepasst. Jetzt sind wir bis Anfang Septmber versichert und müssen kurz zuvor erneut mit Claudia Kontakten …… Nun aber ein paar Bilder von der Wiese, dem Grundstück usw.
AM 25. April 2023 verabschieden wir uns und nehmen Fahrt auf in den Süden mit dem Ziel „Mendoza“ über die Straße der sieben Seen. Eine wirklich schöne Strecke die wir nach dem ersten Drittel am Lago Traful im gleichnamigen Ort beenden. Es wird schon dunkel! Weit und breit kein geöffneter Campingplatz! Wir hofften für den nächsten Tag auf schöneres Wetter und stellten uns mit Einverständnis der Hausmeisterin auf einen Parkplatz eines geschlossenen Restaurants. Am nächsten Tag blauer Himmel, Sonnenschein; die Laune steigt! Kurz ein paar Fotos vo unserem Platz und weiter gehts am wunderschönen Lago Traful durch den Nationalpark Nahuel Huapi – eine Traumstrecke! Wir fahren durch eine Wald mit altem Baumbestand. So dicke Stämme habe ich seit Start unserer Reise nicht mehr gesehen und alles direkt am See – traumhaft! Weil es so schön ist, müssen wir schon kurz nach unserer Abfahrt eine Pause einlegen!
Die weitere Fahrt ein weiterer Traum! Im Nachhinein ist dieser Tag ein landschaftliches Highlight und wird uns unvergessen bleiben! Allein diese Waldfarben – ein Farbenspiel von dunkelrot über feuerot, orange nach Sonnengelb – total intensiv – Wahnsinn!
Wir stoppen in San Martin des los Andes, ein hübscher Tour-Ort und – wer hätte es gedacht, an einem schönen See gelegen. Wir übernachten hier mit Blick auf den Lago Lacan und fahren gleich am nächsten Morgen weiter.
Unterwegs werden wir von Quentin und Agath überholt – beide lernten wir in Bariloche kennen und verabreden uns spontan im Ort Chos Malal auf einem Camping. Unterwegs tolle Landschaft mit Sandwüstenformationen!! Insgesamt sind wir diesen tag 450 km gefahren und dieser Wert gehört zu unseren wenigen Spitzenwerten😀.
Früh am morgen (9 Uhr am 28.4.23) gehts weiter – wir wollen den Canyon del Atuel in der Nähe von San Rafael und nur noch 250 km von Mendoza entfernt erreichen. Schaffen es jedoch nicht so ganz. Am späten Nachmittag erreichen wir den Ort El Nihuil, der aber immerhin am Anfang zur Tour durch den Canyon liegt.
Heute bei starkem Wind und 150 km Ripio (Schlagloch-, Schotter-, Staubpiste!
Aber: wir überqueren gegen 11 Uhr den Rio Colorado und haben somit Patagonien verlassen. Tschüß, wunderschönes, und trotz der Kälte liebgewonnenes Patagonien!
Es geht also in Argentinien und deutlich wärmeren Temperaturen weiter😃